MittagTreffen mit…Greta Taubert -  Autorin, Apokalypsenexpertin, Lyrik Geek und Lebefrau

Wie würde ich Greta beschreiben?
Greta ist nicht nur Journalistin und Buchautorin, sie ist auch ein Mensch der unheimlich viel Energie und Lebensfreude ausstrahlt. Auf ihren kreativen Pragmatismus bin ich auch nicht nur ein klein wenig neidisch muss ich sagen. Sie scheint Herausforderungen zuerst als Chance zu begreifen, ihren Beruf zum Beispiel. Sie hat das Autoren dasein einfach als Chance für ein Upgrade zur radikalen Lebenserleberin genutzt. So hat sie Selbstversuche gemacht, vom Trampen nach Barcelona ohne Geld, bis zum ernähren durch “Containern” und darüber dann ein Buch geschrieben. Die Experimente ware schon teilweise extrem, ich würde sie aber in erster Linie als Ausdruck der kreativen Lebenslust sehen die in Greta wütet. Wenn sie dann mal eine Interviewreihe macht, trifft sie die Menschen nicht in einem Hotel, sondern einfach in der Sauna. Ich kann mir zumindest nicht vorstellen das Greta mal langweilig wird, dafür hat sie viel zu viele interessante Ideen.

Ort: Kuchenkaiser, Oranienplatz, Kreuzberg und ein wenig BVG

Essen: Kaffee und Kuchen

Welches Projekt würde Greta machen, wenn sie Leipziger Bürgermeisterin wäre oder zumindest die Bürgermeisterin nach einem dicken Gefallen bitten könnte?

Greta würde sich eine “Freiflächenquote” wünschen. Solche Brachen dürften dann nicht bebaut werden und stehen den Bürgern zur Eigenverwendung zur Verfügung. Freie Flächen sind die Katalysatoren die alternative und selbstorganisierte Entwicklungen erst ermöglichen. Solche freien Möglichkeitsräume hatten sicherlich einen großen Anteil and der dynamischen Entwicklung Berlins in den Achtzigern und Neunzigern und haben das ganz aktuell auch an der Entwicklung Leipzigs, wo Greta lebt. Sie schaffen einfach Räume für freie Entwicklung und Entfaltung und Greta wünscht sich das diese Orte mindestens erhalten bleibe.

Das Treffen (Alle Links wie immer am Ende)

Greta habe ich bei der dClassConference kennengelernt, wo sie am zweiten Tag im Raum Leben 3.0 gesprochen hat. Da ich das irgendwie interessant fand was sie da erzählt hat, habe ich sie dann einfach gefragt, ob sie Lust auf ein MittagTreffen hätte und das hatte sie.

So haben wir uns also ein paar Wochen später am Moritzplatz getroffen. Unglücklicher Weise war die Likörbar noch nicht offen und das Kaffee im Betahaus war voll mit Menschen die ihre Computer hypnotisierten, so sind wir dann rüber zum Kuchenkaiser am Oranienplatz gelaufen. Diesmal ein MittagTreffen zu Kaffee und Kuchen also.

Unterhalten haben wir uns dann über so einiges, zum Beispiel über Bildung und wie schwierig es dabei ist die Balance zu finden zwischen Freiheit für die Kinder und auch mal dem Zwang etwas konsequent zu Ende machen zu müssen, auch oder gerade wenn man keinen Bock drauf hat. Heute ist das eine wichtige Fähigkeit für Greta, als Autorin ist es auch schon auch mal eine  Belastung einen Text auf Papier oder in den Computer bekommen zu müssen, aber insgesamt ist es dennoch so toll, dass es das Wert ist.

Bei der dClass ist mir schon aufgefallen, dass Greta quasi nie ohne Notizblock und Stift unterwegs war und eigentlich bei jeder Gelegenheit angefangen hat Sachen aufzuschreiben. Bei ihr scheint immer ordentlich was los zu sein im Kopf, insbesondere Sachen die mit Geschichten und Wörtern zu tun haben. Wir haben z.B. auch über Crowd Funding und die begriffliche Unterscheidung von Kollektiven, Gemeinschaften und Crowds geredet. Wörter und die Bedeutungen scheinen Greta wichtig zu sein, aber auch Geschichten laufen da ständig im Kopfkino. Ich glaube wenn man in Gretas Kopf schauen könnte wäre man danach unter Umständen ziemlich verwirrt, es könnte aber auch sein, dass man sich das Eintrittsgeld fürs Kino oder das Theater getrost ersparen könnte, bei all den Geschichten die man dort erleben dürfte.

Was ich wirklich toll fand an Greta war diese radikale Bereitschaft für das Neue und diese offene Wissbegierde mit der sie die ganze Welt in sich aufsaugen und verstehen möchte. Wie mit ihren Selbstexperimenten geht sie da eben oft einen Schritt weiter, als das die meisten von uns tun. Nicht nur dabei bleiben dann oft Sachen bei ihr hängen, insbesondere auch Sachen die sie irgendwie stören. Aber gerade diese störenden Sachen beschäftigen sie dann. Sie bewahrt sich allerdings ihre Offenheit und kanzelt diese Sachen dann nicht ab. Sie kreisen dann als Gedanken in ihrem Kopf, irgendwie versucht sie zu verstehen und am Ende gewinnt sie auch hier wieder ein paar neue Erkenntnisse über sich oder die Welt um sie herum.

Die zweite Beeindruckende Sache war für mich ihre unglaublich produktive Art mit Herausforderungen umzugehen. Wenn dann mal einiges nicht perfekt klappt und sich so ein paar Aggressionen aufstauen, dann füttert sie ihren persönlichen Fluxkompensator mit diesen Aggressionen und katapultiert sich flux in ein neues Abenteuer und eine weitere Story für sich und uns.

Bleib so wie du bist Greta und vielen Dank für das Treffen bei Kuchen und Bahnfahrt!

Die gefährliche Halbweisheit die ich mir nach diesem Treffen ausgedacht habe:

“Man sagt, dass das Gesicht eines alten Menschen der Spiegel seines Lebens ist. Wenn man also als sympathischer alter Mensch enden will, sollte man schon drauf achten dass man sein Gesicht immer regelmäßig mit interessanten Geschichten und vor allem Glück und viel Lachen fühlt ”

Links

http://www.greta-taubert.de/

https://www.luebbe.de/eichborn/buecher/sonstiges/apokalypse-jetzt/id_3337955

https://www.facebook.com/greta.taubert

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