MittagTreffen mit… Hans Bichel -  Transportunternehmer, Lastenradsammler, Begeisterungstäter und Verkehrsverbesserer

Wie würde ich Hans beschreiben?

Hans ist ein Begeisterungsmensch der nicht unbedingt überlegt, ob ihm etwas langfristig nutzt oder wie sich das finanziell auswirkt, er macht einfach das was er für das Richtige hält und wofür er sich begeistern kann. Diese Begeisterung bringt eine ganze Menge Energie mit sich, die dann wiederum zu 100% in seinen Projekten und Taten landet. Ich hatte nicht den Eindruck, dass er eine irgendwie komplex angelegte Agenda hat, er sagt und macht einfach was er denkt und was ihm am Herzen liegt. Das in Kombination mit seiner natürlichen, offenen und sehr herzlicher Art ist eine unglaublich schöne Kombination, von der ich glaube das sie die Kraft hat das Leben viel einfacher und vor allem glücklicher zu machen, wenn man sie für sich nur hinbekommt.

Hans

(Bild: Hans privat)

Ort:  Wochenmarkt am Lausitzer Platz und Markthalle Neun / Kreuzberg

Essen: Kaffee, Käse und Margherita Pizza

Welches Projekt würde Hans machen, wenn er Berliner Bürgermeister wäre oder zumindest den Bürgermeister nach einem dicken Gefallen bitten könnte?

Hans würde sich eine andere, wesentlich fahrradfreundlichere Verkehrspolitik für Berlin wünschen, insbesondere mehr Fahrradstraßen.

Das Treffen (Alle Links wie immer am Ende)

Zu Hans bin ich als Empfehlung von Margit gekommen. Mit Margit habe ich mich ja unter anderem auch ein wenig über die Freundlichkeit oder Unfreundlichkeit Berlins für Radfahrer unterhalten, da muss sie auf die Idee gekommen sein das Hans ein interessanter Gesprächspartner für mich sein könnte.

Hans hat eine ziemlich besondere Biographie als Transportprofi. Nachdem er viele Jahre als Busfahrer den täglichen Stress auf den Straßen Deutschlands und Europas erlebt hat, kam er irgendwann zu dem Entschluss, dass er da keinen Bock mehr drauf hat. Nun ist er seit 2 Jahren, mit seinen 10 historischen und 10 modernen Rädern, Lastenradverleiher in Berlin. Dazu gekommen ist er einerseits durch seine Sammelleidenschaft, insbesondere für historische Lastenräder, andererseits aber auch weil er davon überzeugt ist, dass Fahrradfahren hilft die Stadt zu einem lebenswerteren Ort zu machen, wozu ich ihm nur bedingungslos zustimmen kann. Mehr Details dazu findet ihr auch in seinem Interview mit “Alle Macht den Rädern” (Link unten).

Da wir noch einen relativ angenehmen Herbsttag für unser Treffen erwischt hatten, haben wir uns auf dem Wochenmarkt am Lausitzer Platz getroffen, wo auch ein Lastenrad von Hans als Weinverkaufsstand im Einsatz war. Für jeden der sich seinen Wein gerne mit dem Fahrrad liefern lassen möchte, kann ich Veltliner & Co nur sehr empfehlen, die machen das nämlich und wenn ihr sie auf einem der Wochenmärkte besucht bekommt ihr auch das Verkaufslastenrad von Hans, mit seinem sehr eindrucksvollen Holzaufbau zu sehen.

Was ich wirklich toll an Hans finde ist, dass er einfach seinem Herzen gefolgt ist und etwas tut wovon er komplett überzeugt und begeistert ist. Dazu kommt noch, dass er das Ganze soweit wie möglich unabhängig von Geld betrachtet. Wenn er dann ein paar Studenten, die halb so alt sind wie er, beim Umzug mit dem Lastenrad hilft und Sachen in den 4. Stock schleppt, fragt er sich schon mal warum er das macht, im nächsten Moment übernimmt aber auch schon wieder die Freude und die Begeisterung für das was er da tut und die Menschen die er dabei treffen darf. Dem entsprechend war seine Reaktion auf den Push von Velogista mehr Lastenräder auf die Straße zu bekommen auch viel mehr Freude als Sorge um die mögliche Konkurrenz und wenn etwas einen guten Zweck verfolgt gibt er auch gerne mal ein Lastenrad umsonst raus.

Ich würde ihn auf jeden Fall sofort zum “Fahrradinfrastrukturplaner” von Kreuzberg machen, damit er in seinem Heimatbezirk die Grüne Bezirksbürgermeisterin, von deren Verkehrspolitik er so enttäuscht ist, davon überzeugt mehr für Fahrradfahrer zu tun und zum Beispiel mehr als nur 900m Fahrradstraßen zu deklarieren. So viel positive Energie und Begeisterung wie er könnte wohl kaum jemand in so eine Rolle einbringen.

Die gefährliche Halbweisheit die ich mir nach diesem Treffen aufgeschrieben habe:

“Das Leben ist zu kurz um einfach nur cool am Rand der Tanzfläche rumzuhängen, gut auszusehen und sich keine Blöße zu geben,  manchmal muss man auch tanzen wie ein Verrückter um das Leben zu genießen“

Links

http://www.3radrent.de/uebersicht.html

https://www.facebook.com/pages/Bakfiets-Lastenfahrrad/122906567794509

http://www.urbanist-magazin.de/2014/06/der-plan-es-den-autofahrern-immer-recht-zu-machen-macht-es-fuer-alle-unertraeglich/

http://www.welt.de/print/welt_kompakt/berlin/article109342110/Kombi-mit-Muskelkraft.html

http://veltlinerco.de/

 

 

 

 

TeilenShare on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterPin on PinterestShare on TumblrEmail this to someone