MittagTreffen mit…Laura Bauer -  Patin vom Kotti, Sozialarbeiterin und Positivismusaktivistin

Wie würde ich Laura beschreiben?
Laura hat sich nicht nur den Glauben an das Gute im Menschen bewahrt, sie hat auch genug Energie für Zwei und hat Spaß daran auf Menschen zuzugehen, kombiniert mit ihrer pragmatischen Art und ihrem Willen einen positiven Unterschied zu machen, ist das natürlich eine super Kombination! Mit den Kotti Paten hat sie gemeinsam mit ihrer Kollegin ein sehr schönes Projekt aufgebaut und auch als nicht Kreuzbergerin, ohne Migrationshintergrund hat sie sich unheimlich gut am Kotti eingelebt. Mit ihrer offenen und positiven Art, würde sie sich wahrscheinlich fast überall gut einleben, am Kotti hat sie auf jeden Fall mittlerweile ein zweites Zuhause gefunden und ist Bestandteil des Kiez.

Laura

Ort: Efi’s Deli, KottbusserTor, Kreuzberg

Essen: Pasta

Welches Projekt würde Laura machen, wenn sie Berliner Bürgermeisterin wäre oder zumindest die Bürgermeisterin nach einem dicken Gefallen bitten könnte?
Laura würde sich offene Nachbarschaftsläden in jedem Kiez oder am besten in jeder Straße wünschen. Das sollten offene Räume sein, die jeder für alles mögliche nutzen kann. Das Ganze sollte ohne großes Regelwerk oder viel Bürokratie funktionieren, auch wenn dann mal was weniger optimales passiert. Die Freiheit und Offenheit ist hier das wichtige, damit würde man so viel Gewinnen, dass man etwas unerfreulicheres auch mal verkraften kann.

Das Treffen (Alle Links wie immer am Ende)

Das derzeitige Herzensprojekt Lauras sind die Kotti Paten. Die Kotti Paten sind ein Patenprojekt bei dem Paten an Schulkindern vermittelt werden und diese Patenschaften dann zusätzlich auch begleitet und betreut werden. Die Paten sind dabei Wegbegleiter für die oft sozial benachteiligten Kinder und verbringen einfach regelmäßig Zeit mit ihrem Tandempartner. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Kinder sich wesentlich besser entwickeln, wenn sie eine stabile und starke Persönlichkeit erleben, die sie auf ihrem Weg unterstützt. Das kann ein Lehrer oder Trainer sein, auch die Eltern, aber eben auch ein Pate. Solche Paten zu finden und zu vermitteln ist das Ziel der Kotti Paten. Ob in der gemeinsamen Zeit dann Hausaufgaben gemacht werden oder Basketball gespielt ist eigentlich egal.

Die Kotti Paten hat Laura mit ihrer Kollegin Dilay gegründet und mit viel schweiß und unbezahlter Arbeit aufgebaut. Wie das so oft im Leben passiert, ist sie zu dem Projekt eigentlich eher zufällig gekommen. Zunächst hat sie als Studentin in der Fabrik Osloer Strasse, einem Zentrum für soziale und kulturelle Arbeit, gearbeitet und dort auch verschiedene Patenprojekte betreut. Von dort aus hat sie dann auch ein Projekt am Kottbusser Tor unterstützt. Dieses Projekt, samt dem ganzen Kotti, ist ihr dann so ans Herz gewachsen, dass sie einfach irgendwann entschlossen hat das richtig aufzubauen.

Gesagt, getan und nach einem Jahr, zum Teil durch Arbeitslosengeld und auch ALGII finanziert, haben sie nun auch die nötige Förderung, um das ganze Projekt nicht mehr aus der eigenen Tasche finanzieren zu müssen. Ich finde die Initiative und vor allem das Durchhaltevermögen das Laura und die Kotti Paten hier bewiesen haben sehr Bemerkenswert und ganz und gar nicht selbstverständlich.

Das die Gründer von Projekte wie den Kotti Paten, es so unglaublich schwer haben von ihren Initiativen zu Leben, finde ich extrem schade. Ganz besonders da der Mehrwert den sie für uns alle und Berlin schaffen ja total offensichtlich ist. Laura muss dem entsprechend auch oft jonglieren und schauen wo die Finanzierung für jede einzelne Stunde herkommt. Das ist im Prinzip ein ständiger Kampf ums Überleben der Projekte, aber auch um die eigene Lebensgrundlage. Die Förderung ist oft eher auf schnelle Gewinne und fast sofort messbare Zahlen ausgelegt. Grundschulkinder fallen da oft durchs Raster, obwohl gerade hier die Grundlagen gelegt werden, für ein erfolgreiche und selbstständige Zukunft.

So hart die Logistik erscheinen mag, Laura scheint ihr Leben und ganz besonders ihren Beruf zu genießen. Sie mag Menschen und hat sich am Kotti ziemlich schnell sehr wohl gefühlt. Da gibt es eine Gemeinschaft, die sehr offen ist und von der ein Mensch, der so gerne lacht wie Laura, einfach sehr schnell aufgenommen wird. Dass sie sich dann auch noch so engagiert für die Kinder des Kiez einsetzt, ist dabei natürlich auch kein Nachteil. Ich bin mir sicher, dass Laura starken, türkischen Tee, mittlerweile trinken und genießen gelernt hat. Sie ist auch auf jeden Fall ein Mensch der das macht was das Herz verlangt. Wer sie dabei finanziell oder auch als Pate unterstützen will, ist mehr als willkommen. Die Links dazu sind alle unter dem Artikel zu finden.

Die gefährliche Halbweisheit die ich mir nach diesem Treffen ausgedacht habe:

“Den “Interessantheitsgrad” einer Person für ein Gespräch könnte man eventuell durch Multiplikation ihrer Erfahrungen, Kommunikationsfähigkeit und “Andersperspektivhaftigkeit” berechnen. Sobald man aber mit dem Rechnen anfängt, wird eigentlich jede Begegnung total langweilig, außerdem beinhaltet jede Person mehr Unbekannte als einer Formel gut tuen würden.“

Links

http://www.kotti-paten.de/

https://www.betterplace.org/de/projects/16181-kotti-paten-lernpatenschaften-und-kiezfreundschaften

https://www.facebook.com/KottiPaten

http://100-paten-fuer-berlin.de/

https://www.facebook.com/100Paten

http://www.tagesspiegel.de/wissen/soziales-engagement-an-der-uni-die-gut-studenten/9757882.html

http://www.fabrik-osloer-strasse.de/index.html

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