MittagTreffen mit… Margit Beutler -  Sozialunternehmerin, Informationsdesignerin und Laufaktivistin

Wie würde ich Margit beschreiben?
Margit hat die unheimlich schöne Angewohnheit sehr viel zu lächeln. Ich rede dabei nicht von dem “Servicelächeln” einer Stewardess, sondern von einem sehr ehrlichen, natürlichen Lächeln. Sie lächelt aber nicht nur sondern handelt auch. Ihr Vorzeigeprojekt ist sicherlich „Gut Gelaufen“, wo es darum geht persönliches Engagement und die Neugier für Neues, mit sportlicher Aktivität zu verbinden. Mit diesem Selbstbewusstsein Sachen starten zu wollen und zu können, in Kombination mit ihrer ruhigen aber fröhlichen Art, strahlt sie diese Art von positiver Energie aus, die sich aktiv auf das Umfeld ausbreitet. Ich hatte zumindest das Gefühl, dass ich bei unserem MittagTreffen ein wenig dieser Energie mitnehmen konnte.

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(Bild: Margit Beutler, Titelbild: Lena Siebrasse)

Ort: Dudu, Torst.134, Mitte

Essen: Asiatisch/Fusion

Welches Projekt würde Margit machen, wenn sie Berliner Bürgermeisterin wäre oder zumindest die Bürgermeisterin nach einem dicken Gefallen bitten könnte?
Margit würde versuchen jede Dritte oder zumindest so viele Straßen wie möglich, autofrei zu machen. In Straßen ohne Autos leben die Menschen erwiesener Weise glücklicher, da kann es ja nicht verkehrt sein ein paar mehr Straßen glücklicher zu machen.

Das Treffen (Alle Links wie immer am Ende)
Wir haben uns schon mal kurz bei meiner Tätigkeit als betterplace.org Botschafter getroffen, für das MittagTreffen wurde mir Margit aber von einer Arbeitskollegin empfohlen. Da ich eigentlich auch schon vorher mehr über “Gut Gelaufen” erfahren wollte und Margit mir auch sehr angenehm und sympathisch erschien, fand ich das eine gute Idee. Da sie unweit meiner Arbeit zu Besuch nach Mitte kommen musste, haben wir uns einfach am Rosenthaler Platz getroffen und bei einem Asiaten auf der Torstraße zu Mittag gegessen.

Margit ist mit “Gut Gelaufen” und ihrer Tätigkeit für die Volkssolidarität im Prinzip Sozialunternehmerin und scheint damit auch ziemlich glücklich zu sein. Ursprünglich kommt sie aus dem Marketing und hat da auch einige Jahre in der Industrie verbracht. Aus Frust darüber, dass oft wichtige Entscheidungen aus mangelndem Verständnis der Fakten getroffen wurden, hat sie sich dann auf Informationsdesign und “Design meets Data” spezialisiert.

Aus wirtschaftlicher Sicht wäre das sicherlich ein Bereich gewesen in dem man sehr gut verdienen kann, Margit hat sich dann aber irgendwann entschieden, dass es wichtigere Dinge im Leben gibt und ist in den sozialen Sektor gewechselt. Nun wendet sie ihr Wissen über Marketing, agiles Projektmanagement und Informationsdesign für Themen wie die Stadtteilentwicklung für die Bedürfnisse von Senioren ein. Das war bestimmt kein leichter Wechsel, aber sicherlich einer vor dem ich jede Menge Respekt habe und Margit scheint auch sehr glücklich damit zu sein.

Wir haben dann auch viel über die Möglichkeiten und Schwierigkeiten von sozialen Projekten geredet. Insbesondere im institutionell gefördertem Bereich gibt es eben diesen ständigen Kampf um Gelder, der viel Zeit und Energie raubt, zu dem es aber keine echte Alternative gibt. Der ständige Druck Förderungen zu gewinnen verschleißt nicht nur die Verantwortlichen, er führt auch zu einem künstlichen Konkurrenzkampf zwischen den Trägern. Ein Konkurrenzkampf der von vornherein ehrliche, kollaborative Zusammenarbeit zwischen den Trägern erschwert. Margit steht da der marktwirtschaftlichen Anwendung des Elenbogenprinzips eher kritisch gegenüber und würde sich eher gemeinschaftliche Lösungswege wünschen, wozu ich ihr nur absolut zustimmen kann. Es muss Anreize geben Fehler oder schlecht funktionierende Sachen auch zuzugeben, um sie dann gemeinsam verbessern zu können.

Auf der anderen Seite gibt es dann aber auch wieder kleine Projekte wie eben Margit’s “Gut Gelaufen”, welches sie ohne viel Erwartungen und Geld, einfach mal gestartet hat, mit dem sie aber einfach einen Nerv getroffen hat. Sich zusammen mit Anderen fit zu halten, dabei auch noch etwas Gutes zu tun und verschiedene Orte und Menschen kennenzulernen, ist eine so einfache wie offensichtliche Idee, dass man sich fragt warum es das noch nicht schon viel länger gibt.

Die gefährliche Halbweisheit die ich mir nach diesem Treffen aufgeschrieben habe:
“Wenn man Zweifel hat was das Richtige ist, hilft es manchmal einfach das zu machen, wovon man denkt, dass es einen zu einem großartigeren Menschen machen würde.“

Links
http://www.gut-gelaufen.org/

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Exdays_kathryn

 

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