MittagTreffen mit… Miri  – Sterbebegleiterin, Yooga Geek, Heilpraktikerin und Strahlefrau

Episode 19 Vom Sterben- und Lebenserleben

Mit Miri habe ich mich im Cafe Liv im Prenzlauer Berg getroffen. Miri ist Heilpraktikerin und sehr aktiv in der Unterstützung von Flüchtlingen, in erster Linie haben wir aber über ihre Arbeit als Sterbebegleiterin (oder Lebenserleberin) geredet. Es war sicherlich nicht gerade eine Oberflächliches “be Happy” treffen, mit Miri über den Tod und das Sterben zu reden, ist aber wesentlich entspannter, als die meisten Leute sich das vielleicht vorstellen würden. Wenn man wie Miri ernsthaft aber unverkrampft und ganz und gar nicht humorlos über das Thema redet, ist es auch wirklich ein sehr gutes Thema für eine Unterhaltung. Abgesehen davon hat Miri auch unzählige schöne, traurige aber durchaus auch heitere Geschichten von, mit und über die Menschen die sie begleitet.

Als Beruf ist es natürlich nicht immer leicht für sie zwischen den Zuständen und Bedürfnissen der Menschen um sie herum zu wechseln. Natürlich haben Menschen die nicht im Sterben liegen andere Probleme und nehmen diese auch sehr ernst, im Vergleich zu jemandem der im Sterben liegt, sind das allerdings natürlich auch mal eher triviale Probleme. Um da eine gesunde Balance zu behalten, sucht sich Miri eigentlich immer erstmal etwas, um nach der Arbeit “anzukommen” in der Welt der Menschen die sich aktuell eher weniger mit dem Tod beschäftigen. Obwohl sie diesen Wechsel versteht und ja auch gezielt steuert, beschäftigt es Miri schon sehr, dass die meisten Menschen Gedanken und Gespräche über den Tod doch sehr aktiv vermeiden.

Ich kann allen Menschen die Miri begegnen nur empfehlen sich ihre Geschichten anzuhören und sich mit ihr darüber zu unterhalten. Die Geschichten die sie von diesen Menschen gewonnen hat, sind Geschichten vom Wert des Lebens, von Menschen die eine begrenzte Lebenszeit in ihrer vollen Intensität erleben wollen und es sind Geschichten die es sich lohnen gehört zu werden.

Miri hat sehr schön beschrieben, wie sie immer weiter nach Lehrern gesucht hat die ihr mehr über das Leben beibringen können und wie sie diese Lehrer nun in den Menschen mit denen sie deren letzte Zeit verbringt gefunden hat.Ob sie da eine Syrische Familie begleitet, die sie lehrt, dass es dann in manchen Situationen auch ohne Worte geht oder eine ältere Dame die auch sterbenskrank bis zum letzten Tag ihr Yogaprogramm durchzieht. Es gibt natürlich sehr traurige Momente, wie wenn sie ein 4 jähriges Mädchen und dessen Familie begleitet, aber mir scheint, dass die Lebensintensität und Energie die diese Menschen mit ihr teilen, dass sind was am Ende überwiegt.

Halbweisheit des Tages:

“Sterben ist nur halb so schlimm, wenn man vorher nicht vergessen hat, dass man ja mal irgendwann sterben wird”

 

 

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