MittagTreffen mit…Stephanie Bothor -  Social Hacker, Künstlerin, Spieleerfinderin und Lebensliebhaberin

Wie würde ich Stephanie beschreiben?
Ich würde Stephanie als grenzenlos positiven Menschen bezeichnen. Ihre extrem positive Art zusammen mit der enormen Energie und Tatendrang ist einfach ansteckend. Ich finde es extrem bewundernswert wie sie es schafft diesen positiven Tatendrang, mit Konsequenz in radikal positive Projekte umzumünzen und diese dann auch bis zum Ende durchzuziehen, ohne dabei dogmatisch zu werden. Sie ist einer dieser Menschen die selbst in schwierigen Situationen eher Chancen und Möglichkeiten erkennen als einen Grund zur Aufgabe.

Ort: Stephanies Wohnung in Mitte

Essen: Süßkartoffel mit Pilzen und Soße, Schokokuchen und Salat zum trinken, alles selbst gekocht

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Welches Projekt würde Stephanie machen, wenn sie Berliner Bürgermeisterin wäre oder zumindest die Bürgermeisterin nach einem dicken Gefallen bitten könnte?
Stephanie findet es wichtig, dass man sich damit auseinandersetzt und begreift was Tod und im Umkehrschluss Leben bedeutet, daher würde sie sich wünschen, dass wir das Fach Tod in der Schule einführen würden. Dies sollte fachübergreifend und sicher nicht als Theoriefach passieren. Sie sieht das Begreifen der Bedeutung von Tod  als die Grundlage dafür den Wert des Leben selbst zu begeifen. Für sie selbst ist das durch den Tod ihrer Eltern passiert, aber warum sollte man das nicht viel früher lernen dürfen.

Das Treffen (Alle Links wie immer am Ende)

Stephanie habe ich als Teil des Orga-Teams der dclass conference kennengelernt. Van Bo hat mich da vorgestellt und Stephanie fand die MittagTreffen so interessant, dass sie sofort gerne mal eins machen wollte. Da sie auch noch selber kochen wollte, konnte ich das natürlich auf gar keinen Fall ablehnen. So fand ich mich also ein paar Wochen später in ihrer Wohnung in Mitte wieder. Geredet haben wir dann über so einiges unter anderem über ihre Selbstexperimente, bei denen sie im letzten Jahr ohne Geld lebte und in diesem ohne Müll lebt. Alleine diese Experimente durchzuziehen ohne ihre Kinder und ihren Mann, die nicht Teil des Experiment waren, zum Wahnsinn zu treiben, ist schon eine bemerkenswerte Fähigkeit wie ich finde.

Das Jahr ohne Geld war im Prinzip eine Reaktion darauf, dass viele Menschen immer davon geredet haben, dass sie nicht genug Geld hätten, wie wäre es da mal einfach ganz ohne das selbige. Das Jahr war nicht immer einfach, aber geschafft hat sie es dennoch mit viel Tauschhandel und Improvisationstalent. In diesem Jahr lebt sie nun ohne Müll, was sich als anstrengender herausgestellt hat als sie es gedacht hat und wesentlich schwieriger als ohne Geld zu leben. Wer will kann ja mal versuchen das für eine Woche auszuprobieren…

Als Künstlerin ist Stephanie mittlerweile zur Spieleerfinderin geworden und entwickelt ein Spiel namens Paradis Sauvage/Blissed! . Das ist ein Kartenspiel bei dem die Spieler Geld und Zeit einsetzen und der Gewinner am Ende entscheidet wofür es benutzt wird. Quasi Pokern ohne Geld aber mit gutem Karma, schöneren Karten und interessanteren Regeln.

Wir haben uns dann noch, fast Philosophisch, über die verschiedenen Ebenen des Bewusstsein unterhalten. Wie man manchmal zwischen dem Seelischen, Emotionalen und Körperlichen, dem Verstand oder auch der Moral abwägen muss. Wie wichtig es ist sich selbst zu verstehen und seine Entscheidungen selbst in der Hand zu haben und warum es doch Menschen gibt die wenn sie traurig sind auch noch traurige Musik hören, um noch viel trauriger zu werden.

Eine andere Fähigkeit die Stephanie auszeichnet ist ihre Offenheit und Herzlichkeit, welche sich bei ihr mit einem großen Interesse an Menschen und der nötigen Sensibilität dafür paart. Das ist eine weitere herrliche Kombination von Eigenschaften, die unser MittagTreffen zu einer äußerst angenehmen Begegnung hat werden lassen. Ich kenne auch nicht viele Menschen, die es schaffen selbst mit einer e-Mail und kreativen Formulierungen die Herzlichkeit einer echten Umarmung zu vermitteln.

Vielen Dank für das schöne Treffen Stephanie!

Die gefährliche Halbweisheit die ich mir nach diesem Treffen ausgedacht habe:

“Schreiben lernen ist wichtig. Wir sind und leben unsere eigene Geschichte. Manche lassen sich von ihr treiben, andere überlassen das schreiben anderen. Manche passen sich selbst der Geschichte an, andere verfallen in Depressionen. Es gibt aber auch solche die sich entscheiden nicht nur mal eine Seite selbst zu schreiben, sondern das ganze Buch.”

Links

 http://www.paradis-sauvage.de/

 http://www.dclass.de/

https://www.facebook.com/karmahafen

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