MittagTreffen mit… Sven Lager -  Schriftsteller, Verlagsneuerfinder, Weltenbummler und Nachbarschaftsaktivist

Wie würde ich Sven beschreiben?
Wenn ich Sven in nur einem Wort beschreiben müsste, dann wäre das wahrscheinlich “Offenheitsmultiplikator”. Er schafft es mit seiner sympatischen Art und einem ausgeprägtem Organisationstalent offene Räume zu kreieren, die dann wiederum als Platform für eine Vielzahl von Menschen, Initiativen und Ideen fungieren. Das Sharehaus, welches er mit seiner Frau Elke zunächst in Süd-Afrika und nun auch in Berlin gegründet hat, ist das beste Beispiel dafür. Er hat es geschafft quasi aus dem nichts einen Raum zu bekommen, ihn in die Nachbarschaft zu integrieren und mit viel Leben zu füllen. Er macht das alles mit einer sehr unverkrampften offenen Art die einfach loslegt und anschiebt, ohne dabei autokratischen Besitzansprüche anzulegen.

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(Bild: Sven privat)

Ort: Zossener Str. / Kreuzberg

Essen: Kürbis/Kartoffelsuppe

Welches Projekt würde Sven machen, wenn er Berliner Bürgermeister wäre oder zumindest den Bürgermeister nach einem dicken Gefallen bitten könnte?
Sven würde würde mehr Sharehäuser fördern in einer Sharehausbewegung, die allen dient.

Das Treffen (Alle Links wie immer am Ende)

Sven habe ich im Sharehaus bei einer Veranstaltung kennengelernt. Wir haben uns dann noch mal auf dem Emergent Berlin getroffen und ein wenig unterhalten. Da ich das schon sehr Interessant fand und auch noch ein wenig mehr über das Sharehaus wissen wollte, habe ich mich dann mit Sven noch mal zum MittagTreffen verabredet.

Wir haben uns einfach direkt vor dem Sharehaus in der Solmsstrasse getroffen und uns nach einem kleinen Spaziergang durch die Nachbarschaft, in einem netten kleinen Laden, in der Zossener Str., für eine Suppe niedergelassen. Mit Sven zu reden ist eine äußerst angenehme Angelegenheit. Er sagt was er zu sagen hat in einer sehr ruhigen und freundlichen Art, hört aber auch aktiv zu, nimmt auf und kommentiert das Gesagte aktiv.

Das Thema das Sven derzeit beschäftigt ist das Sharehaus. Er und Elke haben hier in Kreuzberg einen Prototypen für einen gemeinschaftlich organisierten, offenen Aktionsraum geschaffen, den sie auch schon in recht kurzer Zeit zum Leben erweckt haben. Er findet, dass es ein grosses Bedürfnis nach einem gemeinsamen Ort und nach einer Verbindlichkeit zwischen Menschen, einer gewissen Sinntiefe gibt. Das Sharehaus ist Svens Antwort darauf.

Sven hat einfach ein gutes Gespür und ehrliches Interesse an Menschen. Als sie im Sharehaus im Sommer gemerkt haben, dass am Nachmittag, in einem gewissen Zeitraum, eigentlich immer gut Betrieb auf der Strasse vor dem Sharehaus ist, haben sie sich zu dieser Zeit einfach auf eine Bank vor dem Haus gesetzt und angefangen zu Grüßen. Nach einigen Malen haben die Menschen angefangen zurück zu Grüßen und nach einiger Zeit dann sogar angefangen von selbst zu Grüßen oder vielleicht sogar mal zu Fragen was das denn hier überhaupt für ein Laden ist. Ich finde das ein super Beispiel dafür, wie man sich durch ein wenig netten Umgang mit den Menschen seiner Umgebung, ein viel freundlicheres und sozialeres Umfeld schaffen kann.

Sven macht die Sachen die er macht aus einer starken inneren Motivation heraus, die sich aus meiner Sicht aus der Freude an Gemeinschaft und Menschlichkeit speist und weit fernab von Geld oder Status operiert. Ob es das öffentliche Abendessen jeden Mittwoch im Sharehaus ist, das Buch das er mit dem Obdachlosen Uwe geschrieben hat oder auch das erste Sharehaus in Süd-Afrika, dass er mit seiner Frau, ein paar hundert Euro und viel Herzblut hochgezogen hat.

Den Gedanken und das Konzept des Sharehaus wollen sie nun quasi als DIY-Konzept ausbreiten, wofür es schon Ansätze gibt mit einem zweiten Sharehaus auf dem Land in Brandenburg etwa oder auch Interessenten an weiteren Sharehäusern in Berlin. Er sieht die Sachen die er für veränderungsbedüftig hält und tut mit dem Sharehaus etwas dafür sie zu ändern, auch wenn das nicht unbedingt leicht erscheint. Er tut das aber immer mit dem Bewusstsein eine Gemeinschaft bilden zu wollen in der nicht er alle Entscheidungen treffen will oder muss.

Außer dem Sharehaus ist Sven eigentlich Autor und auch da sehr aktiv engagiert offene Räume für die Veröffentlichung von Autoren zu schaffen. Das Projekt hier heist der Verlag (link unten) steht zwar noch am Anfang, ein sehr außergewöhnliches Buch gibt es aber schon (DRAUSSEN SCHLAFEN IST EINE KUNST, Uwe Tobias).

Ich bin mir sicher das Sven noch einige erfolgreiche Projekte und Ideen entwickelt und ich hoffentlich Teil einiger davon sein kann.

Die gefährliche Halbweisheit die ich mir nach diesem Treffen aufgeschrieben habe:
“Wer mehr teilt, bekommt auch mehr ausgeliehen und vielleicht sogar manchmal geschenkt“

Links

http://sharehaus.net/

http://derverlag.net/

https://www.facebook.com/pages/The-Sharehaus/

 

 

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