MittagTreffen mit… Van Bo - Architekt, Illustrator, Ex-Graffiti-Rapper, Crowdfundingguru, TED Speaker und Karma Aktivist

Wie würde ich Van Bo beschreiben?

Ich würde Van Bo als netten Typ, mit mehr Projekten und Ideen als man einem einzelnem Menschen zutrauen würde, beschreiben. Er springt dabei allerdings nicht verrückt durch die Gegend, sondern macht das ganz ruhig, sachlich und zielstrebig. Er ist dabei im Prinzip der Prototyp eines Netzwerkers der “pay forward” Generation. Mit voller Überzeugung hilft und unterstützt er aktiv Initiativen und Menschen ohne den direkten Gegenwert auszurechnen und genau das bringt ihm wahrscheinlich diese große und ehrliche Unterstützung bei seinen Projekten ein. Natürlich hat er aber auch die Fähigkeit großartige Projekte zu konzipieren, die einfach unterstützenswert sind. Find ich zumindest.

10577192_10152761641403072_5994535926755919755_n

(Foto Quelle: Van Bo Le-Mentzel Privat)

Ort: Kreuzberg – Schlesische Str. – so kurz vor dem Kanal

Essen: Penne Napoli bei einer türkischen Bäckerei

Welches Projekt würde Van Bo machen, wenn er BerlinerBürgermeister wäre oder zumindest den Bürgermeister nach einem dicken Gefallen bitten könnte?

Er würde als Bürgermeister ein Areal, wie zum Beispiel den Flughafen Tegel oder den Steglitzer Kreisel freigeben, um daraus einen Karma Space zu machen. Ein Ort, wo jeder wohnen, arbeiten und wirtschaften darf, solange es das gute Karma hebt und böses Karma verhindert. Und wichtig: Dort gibt es ein Geldverbot.

Das Treffen (Alle Links wie immer am Ende)

Van Bo war der erste MittagsTreffer, den ich einfach direkt kontaktiert habe ohne ihn vorher zu kennen. Ich habe seinen TEDx Talk zum 1qm Haus gesehen und noch ein paar andere Projekte die ich so cool fand, dass ich ihn einfach gerne kennenlernen wollte. Die Harz IV Möbel oder auch die Karma Chakhs waren einfach coole Projekte die irgendwie spielerisch und sehr menschlich versuchen unsere Gesellschaft eine andere Richtung zu geben, zumindest ein klein wenig. Van Bo war auch der klassische Fall bei dem ich eigentlich immer nur noch mehr interessante Sachen gefunden habe, desto länger ich danach geschaut habe, bzw. mich mit ihm unterhalten habe.

Getroffen haben wir uns auf der Schlesischen Str. wo er mich zwar ein wenig warten hat lassen, aber das war an dem sonnigen Tag den wir hatten schon OK. Wir haben uns dann auf ein klassisches Berliner MIttagessen, fleischfreie Pasta vom türkischen Bäcker, geeinigt und uns über ein paar Ideen für Apps unterhalten. Im Prinzip ging es dabei darum effektiver unterwegs zu kommunizieren. Ich glaube das beschreibt die “ultra-connectete” Seite von Van Bo ganz gut. Beim Laufen hat er entweder auf seinem Smartphone gelesen (als er gekommen ist) oder sich mit mir oder anderen Menschen unterhalten. Diese Freude an der Konversation, egal ob digital oder analog, ist wahrscheinlich einer der Punkte die ihn zu einem so erfolgreichen “Crowdfunder” machen. Er hat über Crowd-Funding nicht nur die Karma Chakhs realisiert, sondern sich ganz aktuell auch sein persönliches, bedingungsloses Grundeinkommen für ein Jahr gecrowdsourced. Er nennt das dScholarship und hat dafür mehr als 18.000 Euro eingesammelt!

Van Bo hat auf jeden Fall eine sehr angenehme, ungefilterte Offenheit und “einfach machen” Attitüde. Oft hat man ja das Gefühl, dass wenn man jemand anspricht, erstmal ein kurzes Delay folgt, in dem die Situation erst mal berechnet wird, bevor dann die Antwort kommt (ich glaube ich bin da leider auch so ein Fall). Das bei Van Bo dieses Delay für mich einfach nicht spürbar war, ist definitiv etwas, auf das ich ein wenig neidisch bin. Er macht einfach was er macht und ist davon so überzeugt, dass es da nicht viel zu überlegen gibt. Auf dem Rückweg sind wir dann bei seinem aktuellen Arbeitgeber, einer Agentur für Markenarchitektur, angekommen und weil wir schon davor standen, hat er mich einfach mal kurz mit rein genommen und der Strategiechefin vorgestellt. Ob das in dem Moment Sinn gemacht hat, weis ich nicht, aber geschadet hat es auf jeden Fall nicht. Wenn man diese Art Möglichkeiten nicht einfach schafft, findet man auch nicht raus ob sie Sinn machen. Vielleicht hätte ich ja der nächste Rockstar der Agentur werden können, wer weiß :)

Die gefährliche Halbweisheit die ich mir nach diesem Treffen aufgeschrieben habe:
“Wirklich starke Menschen sind oft wie ein Staudamm – standfest, ruhig vielleicht sogar nach innen gerichtet – wenn sie sich aber dafür entscheiden, können sie ihr Potential zu einer Art unaufhaltsamen naturgewallt auftürmen und unglaubliche Energie freisetzen”

 

Van Bo

http://de.wikipedia.org/wiki/Van_Bo_Le-Mentzel

Hartz IV Möbel

http://hartzivmoebel.de/

dScholarship

https://www.startnext.de/dscholarship

Karma Chakhs

https://www.startnext.de/karma-chakhs

TEDx

 

TeilenShare on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterPin on PinterestShare on TumblrEmail this to someone